
Am vergangenen Wochenende veranstaltete der Juso-Bundesverband den Linkskongress. Gedacht für die Außenwelt verkam dieser jedoch zur internen Bespaßungsaktion.
Der Kongress “Linkswende09″ sollte der nächste Schritt sein. Hat man das letzte Jahr verwandt, um in den Juso-Strukturen über den Sozialismus zu diskutieren, so wollte man nun an die Öffentlichkeit und Jugendlichen auch außerhalb der Strukturen zeigen, dass extrem links sein “in” ist. Doch trotz vielversprechendem Titel und hohem Werbeaufwand im Vorfeld geriet die Veranstaltung zur Ernüchterung vieler angereister Teilnehmer zu einer antikapitalistischen “Privatparty”.
Nach einer Auftaktdiskussion über “Die gespaltene Gesellschaft” begab man sich in allerlei Workshops, deren Podien zwar bunt gemischt waren, deren Debatten sich jedoch umso farbloser präsentierten. Einzig die Hände des leider fast ausschließlich aus Jusos bestehenden Publikums wurden durch das ausgiebige
Klatschen und Klopfen strapaziert, welches immer dann am lautesten war, wenn die eigene Partei kritisiert wurde.
Aber es standen auch sehr zu unterstützende Aspekte auf dem Programm. So standen bei
den Workshops längst überfällige Themen wie beispielsweise der Umgang mit reaktionärem Populismus à la Chavez oder dem Problem des zunehmenden Antisemitismus innerhalb der politischen Linken auf der Tagesordnung.
Eine Wende hingegen, gar in Richtung politischer Vernunft, war für die beiden Vertreter des Juso-Landesvorstandes Anita Geißler und Carl Philipp Schöpe in Berlin leider nicht zu spüren – oder obamaesk ausgedrückt: “Change we don’t believe in.”




